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Malteser Krankenhaus zur Heiligen Familie in Bethlehem

Bei der Geburt wog Tony keine 2.000 Gramm

Anton liegt im Brutkasten auf der Neugeborenen-Intensivstation im Malteser Krankenhaus. Seine Mutter Nuha (29) kam in der 32. Schwangerschaftswoche zur Untersuchung ins Krankenhaus – und musste dann sofort da bleiben. Mit einem Kaiserschnitt holten die Ärzte „Tony“, wie ihn die Familie liebevoll nennt. Er wog keine 2.000 Gramm.

Nuha und ihr 31-jähriger Mann Samer sorgen sich sehr um ihren einzigen Sohn und besuchen ihn täglich im Krankenhaus. Auch die drei älteren Schwestern Lourdes, Rujan und die kleine Eliza möchten ihren kleinen Bruder sehen. Sie stehen hinter der Scheibe und winken ihm zu. Die kleine Eliza wurde sogar einmal alleine im Krankenhaus erwischt. Als Begründung gab sie an, dass sie nur ihren Tony besuchen möchte.

Samer arbeitet als Automechaniker. Er geht jeden Tag zur Arbeit, aber es ist im Moment nicht viel zu tun. Fast niemand hat genügend Geld, sein Auto zur Reparatur zu bringen. Den Kaiserschnitt und die Behandlung der Mutter konnte die Familie selbst aufbringen, aber für die teure Behandlung von Tony auf der Intensivstation mussten sie das Krankenhaus um Hilfe bitten. Sie brauchen Geld aus der Armenkasse, weil sie sich Tonys Spezial-Behandlung sonst nicht leisten können.

Tony geht es langsam wieder besser. Die Ärzte sagen, dass er nur noch größer werden müsste in dem Brutkasten. Ansonsten ginge es ihm inzwischen ganz gut. Nach elf Tagen im Brutkasten kann Nuha ihren Tony zum ersten Mal stillen.

Die Familie lebt zusammen mit Samers Eltern in einem Haus am Rand der Stadt Bethlehem. Vor zwei Monaten wurde mitten durch ihren Garten wurde die Mauer gebaut, die Israel von den palästinensischen Autonomiegebieten trennt. Die Mauer ist an dieser Stelle zwölf Meter hoch. Auf der anderen Seite der Mauer stehen die Olivenbäume der Familie. Die Oliven haben sie immer auf dem Markt verkauft, jetzt können sie ihre Oliven nicht mehr ernten.

Fast alle ihrer Nachbarn haben ihre Häuser verlassen, da sie nicht so nah an der Mauer wohnen möchten und die patroullierenden israelischen Soldaten hinter ihrem Haus nicht ertragen können. Nuha und Samer werden bleiben: „Wo sollen wir denn sonst hin? Seit über 30 Jahren lebt unsere Familie hier…“

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