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Malteser Krankenhaus zur Heiligen Familie in Bethlehem

Tagebuch 2001 bis 2004: Eindrücke aus einer besetzten Stadt

2001: Krankenhaus beschossen

2002: Panzer eröffneten Feuer


2003: Ausgangssperre und Ausnahmezustand

2004: Open-Air-Gefängnis


23. Oktober 2001
Rund um unser Krankenhaus fanden in den letzten Tagen viele Kämpfe statt. In den vergangenen fünf Tagen sind 17 Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden. Eine Rauchwolke hängt über Bethlehem und verursacht eine Panik bei den Patienten und Mitarbeitern.

Vergangene Nacht wurde unser Krankenhaus direkt beschossen. Die Fenster der Neugeborenen-Intensivstation, der Schwestern- und Patientenzimmer zerbrachen. Außerdem wurden die Kapelle und das Gästehaus stark beschädigt. Die Neugeborenen der Intensivstation mussten in ihren Inkubatoren verlegt werden. Zum Glück ist niemand verletzt.

In Bethlehem sind die Geschäfte geschlossen und die Straßen die meiste Zeit leer, abgesehen von den israelischen und palästinensischen Kämpfern. Wir müssen unsere Mitarbeiter nach Hause bringen und wieder abholen. Für die Patientinnen ist es schwierig, zum Krankenhaus zu gelangen, einige kommen mit dem Krankenwagen an. Eine schwangere Frau starb an einem israelischen Wachposten, als ihr der Durchgang verwährt wurde. 

27. Oktober 2001
Am gestrigen frühen Nachmittag hielt ein Panzer vor unserem Krankenhaus und schoss auf uns. Die Kugeln durchbrachen die Haupttür, eine zweite Tür und verfehlten Mitarbeiter des Krankenhauses sowie Patienten nur knapp.

Im weiteren Verlauf des Nachmittags stoppten israelische Soldaten ein Auto mit zwei Zivilisten vor dem Tor der Klinik. Die Insassen brachten sich hinter dem Krankenhaustor in Sicherheit, kurz bevor die Soldaten das Auto mit einer Rakete in Brand setzten und so die Zufahrt zum Krankenhaus blockierten. Mitarbeiter, die versuchten, das brennende Auto von der Zufahrt zu schieben, wurden scharf beschossen. Mitarbeiter und Besucher mussten die Nacht im Krankenhaus verbringen, da die Scharfschützen niemanden passieren ließen.

Die Schäden dieses Tages: zwei kaputte Eingangstüren, große Schäden an der Klimaanlage, eine zerbrochene Windschutzscheibe, Schäden am Gemäuer und am Auto eines Mitarbeiters, zahlreiche zerbrochene Fensterscheiben.

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